Seit einigen Jahren reite ich nun trotz vehementer Ablehnung baumloser Sättel, mit dem baumlosen System von Ghost. Die Rücken meiner Pferde haben sich toll entwickelt und ich konnte meinen Reitersitz gut verbessern und schulen. Jedes meiner Pferde hat mindestens einen Ghost Sattel in dem ich sie zu 100% ausbilde. Selten lege ich mal andere Sättel zum Ausprobieren und Testen auf.
Als ich damals 2010 meinen Norweger kaufte und mich das erste Mal mit der Sattelsuche beschäftigen musste, hatte ich mir die Barefoot Sättel vor Ort im Showroom angesehen. Das mega komfortable Sitzgefühl ließ mich bis heute nicht los, weshalb ich mir nun einen Barefootsattel im Westernstil gekauft und ausgiebig verglichen und getestet habe.
Westernmodelle im Vergleich

Sowohl von Ghost, als auch von Barefoot habe ich nun ergo ein Westernmodell. Bei Ghost handelt es sich hierbei um einen Ghost Florac mit Horn und Westernskirt. Eine Maßanfertigung in rotbraun und grün, die ich einfach nur wunderschön finde. Der Ghost Westernsattel ist insgesamt 60cm (Größe Piccolo) lang und wiegt 6,5kg inklusive Bügeln etc.. im Roundskirt sind Panels integriert, die aus festem Schaumstoff und anderen Druckverteilenden Materialien bestehen. Diese nicht zu öffnenden Inlays schaffen eine reelle Wirbelsäulenfreiheit und Druckverteilung unter der Steigbügelaufhängung und dem Reiter. Die Polsterung ist wie in den Englischen Kissen von Ghost aufgebaut und ca. 5cm hoch. Ein original polsterbares Pad von Ghost bringt nochmal zusätzliche Gewichtsverteilung und Druckresorbation. Auch im Pad findet sich ein fester, 1,5cm hoher Schaumstoff. In meinem Fall nutze ich Aufschiebfender. Das Horn ist auf dem vorderen Metallbügel (Pommel), der dem Sattel Form und Stabilität gibt, vorne aufgeschraubt und ist nicht zum Festhalten geeignet. Es gibt viel praktisches Zubehör wie z.B. Taschen.

Bei dem Barefoot Sattel habe ich mich für das Modell Nevada entschieden. Der dunkelbraune Sattel mit eckigem Skirt gefällt mir optisch besonders gut und das Leder ist einfach mega weich. Dieses Modell gibt es nur in einer Universalgröße, die genau zwischen den Barefootsattelgrößen 1 und 2 liegt und für Hosengröße 40 (+/- 2 Hosengrößen) optimal ist. Barefoot gibt das Modell Nevada mit 55cm Gesamtlänge an. Auf der Unterseite des eckigen Skirts ist das Barefoot eigene VPS System integriert. Es handelt sich dabei ähnlich wie bei Ghost um 2 ausgepolsterte Bereiche, die mit unterschiedlichen Polstermaterialien eine Wirbelsäulenfreiheit (WSF) schaffen sollen. Bei wenig bemuskelten Rücken, reicht die Höhe des VPS nicht alleine aus, um eine WSF zu gewährleisten. Mit dem dazugehörigen originalen Polsterpad von Barefoot kann zusätzlich aufgepolstert und angepasst werden. Das Horn ist fest auf dem Wechselzwiesel angebracht und ist somit etwas stabiler, als bei Ghost. Der Wechselzwiesel gibt dem Barefoot vorne seine Form, ist schnell selbst zu tauschen und macht den Sattel somit in der Weite anpassbar. Das Horn vom Barefoot ist ebenfalls nicht zum anbinden wilder Rinder etc. geeignet. Der Barefoot Nevada wiegt mit Bügeln und den breiten Fendern insgesamt 8kg und ist damit merklich schwerer als der Ghost.
Unterschiede
Das Grundprinzip von Ghost und Barefoot ist sehr ähnlich zueinander. Polsterung schafft WSF und Druckverteilung, ein fester Materialbogen oberhalb vom Rist soll Stabilität bei maximaler Flexibilität erreichen und polsterbare Sattelunterlagen runden das Sattelsystem jeweils ab.

Die deutlichsten Unterschiede der Sättel sind hierbei, dass Ghost ihren leicht flexiblen Metallbügel als Pommel benennen und der leicht flexible massive Materialmix bei Barefoot als Wechselzwiesel bezeichnet wird. Beides schwebt oberhalb der Schulter, blockiert diese nicht und soll das Darunterhindurchgleiten der Schulter erlauben, weshalb beide Sattelsysteme auf der Schulter gesattelt werden dürfen. Klingt alles recht ähnlich und ist von der Materialmachart her aber einfach doch minimal verschieden.

VPS und Ghostinlays sind ebenfalls von der Grundidee her identisch. Sogar die Form ähnelt sich sehr, jedoch macht sich bei diesem Punkt der erste krasse Unterschied bemerkbar. Die Materialien, die Ghost als Polsterung verwendet sind dicker, fester und besser zur Druckverteilung geeignet, als das lediglich weiche Schaumstoff, auf das Barefoot hier setzt. Selbst die Materialkombi im Skirt ist mega weich, aber eben nicht wirklich druckverteilendend. Das höhere Stapeln mittels Polsterpad, dieser weichrn Schaumstoffplatten, bringt nur mehr Schwammigkeit, dafür aber 0 mehr Druckverteilung.
Lösungsansatz
Damit das VPS von Barefoot bei der WSF von Ghost mithalten kann, muss der Reiter erfinderisch werden und zum Beispiel das weiche Füllmatetial durch härteres und dickeres Material ersetzen. Dafür eignet sich z.B. Memoryfoam, Leder, oder meiner Meinung nach am Besten Filz. Durch das Umpolstern des Barefootpads, kann auch das VPS bei Pferden mit prominenterer Wirbelsäule als bei meiner Tinkerstute, gut angrpasst werden und die Wirbelsäule frei halten.


Fazit
Als dauerhafter Reitsattel hat sich bei mir der Ghost mehr etablieren können, da er einfach die bessere Gewichtsverteilung hat. Den Barefoot möchte uch auf Grund des sehr bequemen Reitgefühls aber gerne für Ausritte nutzen, wo die WSF elementar ist. Deshalb habe ich mir ein spezielles 20mm dickes Filzpad mit besonderer WSF gekauft und nutze dieses als Unterlage für den Nevada. So ist die Druckverteilung und die WSF absolut vergleichbar zum Ghost und ich freue mich auf viele schöne und bequeme Ausritte mit unserem neuen Sattel.
Weitere Infos werden im Laufe der Zeit hier ergänzt, z.B. zum Tsusch des Wechselzwiesels.

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