
Vor etwas über 2,5 Jahren habe ich die Marke GHOST entdeckt und nach langem, jedoch recht unergibigem Suchen, ins Blaue hinein einfach mal so ein Teil bestellt. Nach 2 Monaten Testzeit mit meinem ersten Geistersattel, einem Quilty, verkaufte ich alle meine Baumsättel und stellte alle meine Pferde auf GHOST um. Den damaligen ersten Blogbeitrag findet ihr hier.
Nachdem ich nun bereits seit Juni 2020 ausschließlich nur noch mit GHOST unterwegs bin, möchte ich erneut Résumé ziehen.
Was hat sich getan?
Durch meinen sehr wiederspennstigen Vollblüter, der mich mit Baumsattel mehrfach wirklich böse verloren hatte, kam ich an den Punkt, dass ich umdenken musste.

Während der gerade angerittene Fuchs mit Sattel kaum zu bändigen war, lief er ohne Sattel, äußerst kooperativ und ruhig unter mir. Seine damals schlecht ausgebildete Oberlinie ließ es mir aber kaum zu, überhaupt regelmäßig zu reiten, erst recht nicht ohne Sattel! Wir befanden uns im Aufbautraining und die ersten Aufsitzversuche sollten ihm keinen Schmerz, sondern positive Erlebnisse bescheren. Ohne passendes Bindeglied zwischen Pferd und Reiter, jedoch schier unmöglich. Zufällig stieß ich auf die Marke GHOST und bestellte dem Fuchs sehr skeptisch so ein Teil. War ich selbst doch absoluter Baumlosgegner und vertraute der Gewichtsverteilung null. Schon bei den ersten Testritten waren wir überzeugt. Mein Wallach lief zufriedener, ließ die Schulter mit jedem Schritt raumgreifender nach vorne schreiten und schnaubte zum ersten Mal ab. Taki hielt nicht mehr den Atem an, sobald ich auf ihm saß und ich hatte die nötige Unterstützung, die ich mir ersehnt hatte.

Mittlerweile ist mein Feuerpferd ein absolut zuverlässiges Reitpferd geworden. Die Oberlinie lässt sich sehen und hat toll aufgemuskelt. Bereits nach 4 Monaten konnte ich eine deutliche Verbesserung der Trapetzmuskulatur sehen und mittlerweile bin ich positiv überrascht, wie rund ein Vollblüter im Rücken werden kann. Und nein, bei dem folgenden Bild ist nichts gephotoshoped, oder es handelt sich um ein anderes Pferd. Der Rist hat sich einfach deutlich angehoben und der Bug ist nicht mehr abgesackt. Das Wunder des körperorientierten Pferdetrainings!

Oben 2020 mit 7 Jahren, unten 2022 mit 9 Jahren
Natürlich sei gesagt, dass für einen solchen Erfolg wie auf dem zuvor gezeigten Bildvergleich, auch das Training an sich eine entscheidende Rolle spielt und muss ebenfalls stets bedacht werden, dass für ein erfolgreiches Training immer auch die passende Ausrüstung von Relevanz ist. Nur ein rundum perfekt ineinandergreifendes System, kann zum erwünschten Ziel führen. Nie ist nur allein der Reiter, oder nur der Sattel Auslöser dafür!
Trotzdem, ohne den passenden Untersatz, wäre ich nicht in der Lage gewesen, meinem Fuchs so zu helfen. Ich bin nach wie vor sehr glücklich, die Marke GHOST entdeckt zu haben und mittlerweile zu der großen Händlerfamilie dazugehören zu dürfen.
Seit 2020 besitzt auch mein Norweger seinen eigenen GHOST. Ich war es Leid, auf Grund der wöchendlich wechselnden Statur des leicht EMS erkrankten Ponys, ständig den Sattler rufen zu müssen. Der Baumsattel war alle 3 Wochen zu eng oder plötzlich zu weit. Wir kamen kaum noch zum Reiten, weil der Sattel nur noch drückte…und der Fuchs lief so gut mit seinem Geistersattel. Ergo nicht lange gefackelt und dem Norweger einen Flamenco bestellt. Im Gegensatz zu meinem Fuchs, der A-förmig im Torso gebaut und schmal und knochig ist und eine Skoliose in der Wirbelsäule hat, war mein Norweger schon immer sehr rund und oft mopsig und dazu auch noch super kurz im Rücken. Mein Fuchs mit 1,52m Stockmaß bringt 45 cm Auflagefläche mit sich, mein Norweger mit Stockmaß 1,40m gerade einmal 36cm Auflagefläche. Dazu kommt noch, dass die Sattellage, deutlich zur Gurtlage rückversetzt ist, was normal zu echt bescheidenen Gurtungszugverhältnissen führt!

Oben rund und ohne Rist, unten A-förmig mit viel Rist
Wo ich beim Vollblut den 52cm Piccolo GHOST noch ganz gut unter bekam, hatte ich beim Norweger wirklich Bedenken. Durch das tolle System von GHOST, das die maximal nötige, statt der maximal möglichen Auflagefläche nutzt, passt aber auch der Flamenco auf den Norwegerbub. Bei ihm liegt ein ganzes Stück des Sattels auf der Schulter auf und ein kleines Stück ragt hinten über die letzte Rippe heraus.

Ich war, wie viele die hier diesen Beitrag lesen werden, sehr skeptisch ob des zu langen Sattels auf dem kurzen Pferd. Lernt man in der Regel doch, dass der Sattel nicht über die Schulter und letzte Rippe hinaus ragen darf. Bei GHOST ist halt das Besondere, dass das System, genauer genommen die Basis, vollflexibel sind. Das erlaubt der Schulter beim Gehen den Sattel nach Belieben und ohne Probleme auf zu dehnen und der über dem Pferd schwebend verbaute Pommel, schließt beim Weichen der Schulter die Sattelkammer wieder automatisch. Der Sattel liegt im Ristbereich also wie eine zweite Haut an und kann nicht drücken wie man es von Kopfeisensystemen kennt. Genau hierin liegt auch das Geheimnis, weshalb mein Fuchs den GHOST akzeptiert im Gegensatz zum Baumsattel. Er hasst Druck an der Schulter und reagiert panisch, wenn dort auch nur kleinste Druckpunkte auftreten. Bei meinem Norweger mit dem nicht vorhandenen Rist a la Modell „Tonne“, gibt es keinen Punkt an dem sich der GHOST „festhalten“ könnte. Beim Fuchs gibt es viel Rist, da hatte ich keine Sorge, dass der Sattel rutscht, eher wie bereits gesagt, dass er vielleicht drückt. Bei meinem Toffy war dann halt aber wiederum die Sorge, dass der Sattel rutscht, wie ich es von seinen Maßbaumsätteln gekannt hatte. Auch diese Sorgen bestätigten sich in den bisherigen 2,5 Jahren Testzeit nicht ein Mal. Zu Beginn, als noch alles neu und unjustiert war, da war das Reitgefühl etwas schwammig, aber nach kürzester Zeit sitzt sich der GHOST ein und liegt seither besser, als irgendein System zuvor. Es rutscht oder wippt absolut nichts mehr und wir konnten uns reiterlich deshalb sehr schnell und sehr stark verbessern. Mittlerweile kann ich mit meinem gut eingerittenen GHOST auch von unten, ohne Aufstieghilfe auf den Norweger aufsteigen. Nichts verrutscht.
Wo ich mit den Baumsätteln schon Probleme hatte die Schulter frei zu halten und an Galoppieren nur mit 1-2 Galopphopplern zu denken war und die klemmende Schulter dann zu einem Ausfallen führte, springt mein Norweger Toffy mittlerweile frei mit getragener Schulter kurze Terre à Terre Intervalle und ist manchmal kaum noch vom Galoppieren abzuhalten. Er hat endlich wieder Spaß am Laufen und seine Stoffwechselentgleisung ist durch die möglich Bewegungsfreiheit nun deutlich einfacher zu regulieren.

Nachdem die GHOST-Sättel für Schmalhansel-Vollblutfuchs und Brummi-Toffy so gut funktionierten, war für mich beim Kauf meiner Nachwuchstinkerstute bereits klar, dass auch sie komplett mit GHOST ausgebildet werden würde! Noch bevor das Pony bei mir war, bestellte ich ihren Sattel. Ich hatte mich auf Grund ihres Körperbaus, der mit 3 Jahren noch nicht abgeschlossen sein würde, aber doch erahnen ließ wohin die Reise geht, für einen Barocco entschieden.
Der GHOST Barocco kam pünktlich 5 Monate später an, als ich gerade begann mit meiner Stute das Longieren mit Sattel zu üben. Wir konnten direkt mit ihrem eigenen GHOST starten und ich konnte die Basis schnell auf sie und ihre Bedürfnisse anpassen. Der große Vorteil bei der Sattelgewöhnung von Remonten mit einem GHOST ist, dass die Sättel gerade einmal so um die 4-6kg wiegen. Das ist kein nennenswerten Gewicht für ein Pferd und meistens akzeptieren sie die GHOST-Sättel deshalb wirklich sehr zügig.

Wenn die GHOST-Sättel nagelneu sind, sind sie „flufgig“ und die Basis noch super gerade. Optisch sieht das dann immer erst mal etwas thronig aus, aber sobald man einsitzt, knautscht sich das Material zusammen, wird dadurch etwas fester und verteilt wirklich zuverlässig und top das Reitergewicht und den Druck der Steigbügelaufhängung.

Ein perfektes Schweißbild! Gleichmäßig und im tiefsten Punkt des Rückens eine größere, flächigere Stelle, die weniger geschwitzt hat. Hier ist gleichmäßig am meisten Druck und es entsteht weniger Reibung und demnach weniger Schweiß. Für Baumlos, absolut perfekt! So soll das aussehen!
Merida bringt etwas mehr Auflagefläche mit, als mein Norweger, obwohl sie momentan erst 1,30m groß ist. Ich bekomme auch auf ihr den Piccolo gut unter. Der Sattel liegt vorne ca 2cm am Schultergelenk auf und endet ca 1cm über der letzten Rippe. Sobald der Sattel eingeritten ist (was ich auf meinen zwei Großen tun werde), wird er optisch um einiges mehr im Pferd liegen und besser wirken und halten. Mittlerweile haben Merida und ich auch die ersten zwei kurzen Reiteinheiten absolviert und sowohl Pony, als auch ich sind super zufrieden. Es ist einfach schön, dass ich ihr das Erlebnis von Satteldruck ersparen kann.
Ich denke an Hand meiner 3 doch sehr, sehr unterschiedlichen Pferde, kann man ganz gut verdeutlichen, dass GHOST auf ein sehr breites Spektrum an Pferden anzupassen ist. Die Anpassung selbst ist nach anfänglicher Unterstützung auch ziemlich simpel und gut alleine zu bewerkstelligen.
Warum welches Modell für welches Pferd?
Mein erster GHOST war tatsächlich eines der Modelle, dass etwas weniger oft verkauft wird. Dies war keineswegs meiner Unwissenheit über die Modelleigenschaften geschuldet, sondern lag daran, dass ich zuvor 1000 von Bilder der Sättel in Instagram und Google angesehen hatte. Dabei war mir aufgefallen (der innere Reitlehrermonk 😁✌️), dass die Reiter auf den Fotos in den Modellen unterschiedlich saßen. Ich wusste, dass ich selbst mit einem eher gestreckten Dressurbein reite. Mein Sitz ist klassisch Barock geprägt und ich hatte ein Pferd, das extreme Buckelattacken haben könnte. Demnach war mir ein guter und sicherer Halt wichtig. Der Quilty brachte alles mit sich, was ich mir wünschte. Ein kurzes Sattelblatt, um nah und direkt mit meinen kurzen Zwergenbeinen am Pferd zu sein. Eine gute Oberschenkelpausche, die wie erhofft bereits mehrfach den Abflug vom Pony verhinderte und einen Sitz, der gestreckt und gerade ist, ohne eingeengt zu sein. Die steile Positionierung der Pausche passt ideal zu meiner Oberschenkelwinkelung und schmiegt sich tiptop an diese an ohne zu drücken. Der Sattel kam und ich fühlte mich direkt gut aufgehoben.

Mein zweiter GHOST war dann der Flamenco meines Norwegers. Der kleinere, aber deutlich stämmigere Toffy sah unmöglich mit dem kleinen Quilty von Taki aus. Toffys Kugelbauch wurde durch das kurze Sattelblatt optisch verstärkt, weshalb ich mich letztlich für ihn für ein Modell mit langem Blatt entschied. Der Flamenco gefiel mir optisch mit dem geschwungenen Blatt einfach gut und als klar war, dass ich eine aufgepolsterte Pausche mit Monosattelblatt bekommen könnte, statt der Classic Version mit Klettpausche und doppeltem Schweißblatt, erinnerte mich die Optik noch mehr an meine Traumsättel von der sau teuren Marke der Working Equitation Reiter 😏🤫.
Ich hatte den Flamenco ebenso in Piccolo bestellt, wie meinen Quilty und war dann zunächst hoffnungslos unglücklich, als ich bei den ersten Ritten merkte, dass der Flamenco super weit ausfiel, im Vergleich zu meinem geliebten Quilty. Ich rutschte herum und fand schlecht Halt. Meine Hosengröße 36/38 passte nicht wie gewohnt perfekt in den Piccolo. Zum Glück fand ich schnell eine Lösung. Der liebe Camillo (Chef und Erfinder von GHOST) ist nämlich ein Genie und denkt gefühlt an alles. Bei dem Zusatzzubehör das GHOST anbietet gibt es nämlich ein Teil das heißt Seatdiminisher, auf deutsch ist das der Sitzverkleinerer. Ich bestellte mir so ein Teil, packte es hinten unter die Sitzfläche meines Flamencos und voilà – passt perfekt! Der Sitz wurd durch den Sitzverkleinerer ca. ½ – 1 Zoll kleiner und zu meinem Norwegerrücken passend, auch etwas tiefer, weshalb ich dann auch perfekt balanciert sitzen konnte und nicht mehr das Gefühl hatte hinten raus zu rutschen.

Das ist wirklich etwas, das ich bei GHOST lieben gelernt habe. Es gibt so viel Zubehör, dass man einfach und schnell einkletten kann und das diverse individuelle Probleme simple eliminiert. Von Hipsaver alias Sitzkissen, die für Hüftschäden aller Art Schmerzlinderung bringen können, über Sitzverkleinerer und Frontriser, die die Sitzbalance manipulieren, bis hin zu individuell hohen Klettkeilen zur Anpassungsoptimierung. Schnell, einfach und funktional ist da wohl die Devise – und es funktioniert wirklich!

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Welches Zubehör sinnig ist, ist immer ganz individuell. Während ich beim Norweger also den Sitzverkleinerer nutze, ist bei meinem Vollblut ein Frontriser verbaut, da bei ihm der Rücken nach vorne hin abfallend gebaut ist und ich da das Gefühl hatte vorne aus dem Sattel zu kippen. Auch bei der Gurtung kann man aus unterschiedlichen Varianten wählen. Bei mir hat sich grundsätzlich nur die V-Gurtung alias Puro-Gurtung bewährt, weswegen ich auch nur noch diese für meine Kunden bestelle! Bei der V-Gurtung wird der Zug nämlich viel gleichmäßiger verteilt und man hat mehr Optionen beim Gurten, was bei Pferden mit zurückverschobener Sattellage einfach unabdingbar ist.
Der dritte Sattel, der bei uns einzog ist der Barocco von meiner Tinkerstute. Ich wusste, Merida würde deutlich stabiler wie mein Vollblut werden, aber vermutlich trotzdem schmaler mit mehr Rist daher kommen, als mein Toffy. Meine Stute würde ein längeres Sattelblatt brauchen, als beim Quilty, aber ich wollte selbst auch nicht wieder ein so präsentes Sattelblatt wie beim Flamenco. Außerdem wollte ich das selbe Sitzgefühl wie beim Quilty, denn das ist einfach MEIN Sattel und deshalb bestellte ich mir die Quilty-Blockpausche am Barocco. Da gibt es nämlich, wie so oft bei GHOST, eine Auswahl an Pauschen.

Weil ich auch ein totaler Fan von Barocksätteln bin, habe ich ein spezielles Pfeil-Stickmuster auf dem Sattelblatt angefragt, was (auch wie so oft) von GHOST perfekt und wunderschön realisiert wurde. Sowieso geht das Unternehmen wahnsinnig toll mit individuellen Kundenwünschen um! Weil ich ja bsonders kurze Beine habe, konnte ich das Sattelblatt um 5cm kürzen lassen, weshalb mein Barocco wirklich ganz einzigartig wurde. Der Sitzkranz hinten wurde etwas bestickt und ich bakam extra verschnörkelte Barock-D-Ringe, um den barocken Touch zu verstärken. Wie alle meine Sättel von GHOST, habe ich auch für den Barocco das Fettleder als Material gewählt. Ja es bekommt leicht Kratzer, aber es ist unglaublich dick und robust und die Kratzer lassen sich einfach immer wieder wegrubbeln und wegfetten. Das Fettleder ist wahnsinnig langlebig, sitzt sich zügig ein und hat eine tolle Haftfähigkeit mit so gut wie allen gängigen Reithosen und Jeans.
Wie erhofft, komme ich mit dem Barocco super klar. Die Sitzfläche fällt nicht so riesig aus wie beim Flamenco und ich sitze trotz anderer Optik, wie im Quilty. Zum Einreiten des Sattels habe ich ihn bereits einige Male auf meinem Fuchs geritten und bin absolut glücklich! Es ist so praktisch, dass man die GHOST-Sättel einfach auf alle seine Pferde anpassen kann.

Fazit
Mittlerweile reite ich nicht nur selbst in den Sättel von GHOST, sondern vertreiben diese an meine Kunden und Schüler. Die Sattelodysee gehört seither auch für viele Schüler der Vergangenheit an und ich bin stets sehr überrascht, dass sie die selben Erfahrungen mit dem System machen, wie ich. Trotz dessen, dass ich diese Marke selbst verkaufe, bleibe ich stets skeptisch. Ich überprüfe meine Erfahrungen mit Schülern und teste, ob ich mir vielleicht etwas nur schön rede. Bisher bestätigten alle Testreiter meine Eindrücke 1 zu 1, was schon etwas überrascht.
Alle Reiter empfinden das GHOST-System zunächst irgendwie als hässlich. Ebenfalls finden alle Reiter (mich eingeschlossen), auf den ersten 5m das Sattelzeug als weit weg und hoch überm Pferd. Nach einigen Metern wechselt dieser Eindruck mit jedem Schritt und der Sattel sitzt sich nah am und im Pferd. Alle Testreiter, abermals mich inkludiert, sind überrascht, wie viel man vom Pferd spürt. Wie fein die Signale durch das System geleitet werden und wie stabil man trotzdem sitzt. Nicht überraschend ist, dass der GHOST Sitzfehler radikal aufdeckt und dem Reiter sofort zeigt, dass da etwas nicht stimmt. Als Schulungssattel eignet sich ein GHOST-Sattel demnach ideal.
Der GHOST ist etwas weicher, als ein Baumsattel (logisch, weil eben flexibel). Er schwingt etwas mehr und verstärkt den pferdeeigenen Schwung minimal. Diesen Effekt beschreiben meine amerikanischen Kolleginnen gerne mit dem passenden Begriff „Bouncy-Effect“. Der „Bouncy-Effect“ ist nicht zu unterschätzen und verunsichert vor allem ungeübte Reiter zunächst etwas, aber man gewöhnt sich schnell daran und lernt ihn lieben. „So bequem bin ich noch nie gesessen!“, ist nicht nur meine persönliche Aussage, sondern auch der Satz, den ich bei Testritten anderer Reiter am häufigsten höre.
Ich selbst habe mittlerweile immer einen GHOST-Sattel im Auto liegen, wenn ich zu Reitstunden raus fahre. Zu viele Schüler haben keinen passenden Sattel und befinden sich aber auf einem wirklich guten Niveau. Sie könnten reiten, aber diese Sattelodysee…
Ich kann dann zügig zum Auto flitzen, hole den GHOST, passe ihn in 5 Minuten auf das Pferd an und ab geht es. 10 Runden zur Eingewöhnung und dann beginnt auch schon das große Schwärmen.
„BOHA, ist das bequem!“
„Oha! Man fühlt so viel!“
„Das ist aber weit weg vom Pferd! Oh, jetzt wird es besser!“
Und die Pferde reagieren nicht minder auffällig. Sie Schnauben ab, sie Strecken sich ab und sie beginnen in der Schulter zu schreiten. Oft sind es genau diese Zeichen, die den Reiter dann letztendlich überzeugen.

Folglich geht dann meistens die Fragerei los, was der GHOST so kostet, was für Materialien und Farben es gibt und wie lange die Lieferzeit ist. Ich denke auch diese Erfahrung spricht für sich. Für ungefähr 1300 Euro bekommt man aktuell ein individuelles Set mit Pad und bissel Schnickschnack. Das ist ein sehr faires Preisniveau, für das was man erhält. Nach wie vor freue ich mich jedes Mal, wenn wieder eine Kundenliefetung eingetroffen ist und ich die Kartons aufschneiden und meine ganze Wohnung nach bestem, italienischem Leder duftet.
Damit ich meine Kunden optimal beraten kann, habe ich mir in den letzen Jahren viele Wechselsitze gekauft und getestet. Auch das ist nochmal ein absoluter Pluspunkt von GHOST, denn durch das Klettsystem kann ich auf die optimal angepasste Basis, jedes Sitzteil aufkletten, was ich möchte. Preislich liege ich mit einem Maßbaumsattel bei ca 2500 Euro. Für diesen Betrag erhalte ich bei GHOST ein Komplettset (Basis, Klettkissen und Sitzteil) und nochmal 2 Wechselsitzteile! Am Ende habe ich für den gleichen Preis drei Sättel, die ich auch noch selbst anpassen kann. Das ist für mich kurpfälzischen Sparfuchs natürlich auch ein großes Thema!

Obenstehend sind meine eigenen Sättel abgebildet. Man sieht hier schön, welche Vielfalt bei GHOST möglich ist. Aus 3 Basen, kann ich mit den jeweiligen Sitzteilen 8 unterschiedliche Sättel machen. Die individuell aufs Pferd angepasste Basis verbleibt stets bei dem zugewiesenen Pferd und ich habe keine große Arbeit mit dem Sattelwechsel. Für jede Disziplin und jeden daily mood ist das richtige dabei. Einige meiner Kollegen und deren Kunden reiten in Übersee sehr erfolgreich Distanzritte mit dem GHOST und das spricht wohl auch für das System. Hier geht es zu einem offiziellen Beitrag einer Kollegin, deren Kundin mit einem GHOST beim BIG HORN (ein mega schwieriger Distsnzritt in den USA) als 2. ins Ziel kam. Das schafft man nicht, wenn die Ausrüstung nachgibt! Bei Distsnzritten wird nämlich überwiegend in den Steigbügel gestanden und das Baumlossystem muss wirklich gut den punktuellen Druck verteilen, sonst drohen Punktavzug bei Muskeltonusbewertung oder gar Disqualifikation. Wenn nicht in der Distanz, wo sonst erhält ein baumloser Sattel seine Feuerprobe auf Wirbelsäulenfreiheit, Gewichtsverteilung und Haltbarkeit?
Auch nach fast 3 Jahren GHOST-Reiterdaseins, bin ich nach wie vor begeistert von dem System. Ich habe noch keine Schwachstellen entdecken können, lässt man mal außer Acht, dass die GHOST-Sättel auf Grund der geschlossenen Bügelaufhängung keine Turnierzulassung haben. Bisher hat dieser Fakt aber niemanden gestört, da die Meisten keine Turnierambitionen haben und einfach nur gesunderhaltend Reiten möchten.
Aus medizinischer Sicht, sind die Rücken meiner Pferde so gut wie noch nie. Ich brauche keinen Physio und/oder Osteo mehr und muss plötzlich deutlich weniger Eindecken, weil die Rückenmuskulatur weniger kälteempfindlich ist. Aus Trainersicht bin ich begeistert, wie gut ich mit den Pferden kommunizieren kann und wie frei sie sich entfalten können und als Trainer mit Testsattel der immer und überall anpassbar ist, kann ich meine Schüler ebenfalls nochmal ganz anders supporten. Mein inneres Designerherz schlägt ob der möglichen Individualisierungen höher. Für jede Situation bin ich bestens ausgerüstet, kann schnell und direkt reagieren und so immer das Beste für meine Pferde tun. Das ist, was für mich wirklich zählt. Ich bin froh GHOST entdeckt zu haben und dass unsere Sattelodysee einfach nicht mehr existent ist. Ein sehr belastenden Problem weniger und meine Pferde sind durch die beständige Reitarbeit, auch deutlich gesünder geworden.
Ich bin der Meinung, dass GHOST viel mehr Aufmerksamkeit zukommen sollte, denn auch ich kannte diese grandios durchdachte Idee bis vor 2020 nicht, obwohl ich mich ausführlich mit den Baumlossätteln beschäftigt hatte. Ich verteufelt den gängigen Mist auf dem Markt und dann kam GHOST und revidierte meine durch jahrelange Tests und Erfahrungen gewachsene Einstellung zu Baumlos so sehr, dass ich seither glücklicher Baumlosreiter bin. Ich freue mich, wenn dieser Blog geteilt und verbreitet wird und stehe selbstverständlich immer gerne mit Rat und Beratung zur Seite.
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