Augen auf beim Pferdekauf!

Aus den Reihen meiner Mentee und Follower kam erst zuletzt wieder die Bitte, dass ich doch zeige, worauf ich beim Pferdekauf achte. Hier geht es an Hand der Verkaufsanzeige von Taki, folgend um dieses Thema.

Über welche Plattform suchen?

Als erstes muss man sich überlegen, wie man am Besten Anzeigen von potentiellen Anbietern finden kann. Früher gab es in Printform den Pferdeanzeiger in dem auf über 100 Seiten mehrere Pferdeanzeigen abgedruckt waren. Ein schönes Medium, das uns heute nicht mehr zur Verfügung steht.

Es stehen uns aber nach wie vor Plattformen wie das Ponyforum, oder die großen Pferdeauktionen zur Verfügung, auf denen man die besten Ponys und Pferde aus feinster Vorauswahl erwerben kann. Ein weiteres Event bei dem man ein Pferd ersteigern kann ist der Dülmener Wildpferdefang ein Mal im Jahr.

Wer keine Auktionen besuchen möchte kann sich auch im Tierschutz umsehen und einer armen Seele ein zu Hause schenken, wobei ich bei aller Tierliebe von diesem Weg nur abraten kann. Ein solcher „Notkauf“ endet nicht selten mit hohen Kosten und vielen Tränen.

Auch der Kauf eines Pferdes von Pferdehändler oder Schlachter ist nicht zu empfehlen. Die Tiere haben selten Papiere und nur unvollständige Impfpapiere. Sie sind oft sehr krank und auch hier folgen horrende Tierarztkosten und genau so häufig Tränen. Außerdem unterstützt man oft (nicht immer, aber oft genug) einen Menschen, der in Pferden nur den finanziellen Aspekt sieht.

Als letztes und empfehlenswertestes Medium empfinde ich das Internet. Es geht in der Schnelllebigkeit der Zeit mit und man kann überall nach dem Seelenpartner suchen. Spezielle Seiten wie die Pferdebörse, aber auch eBay Kleinanzeigen bieten ein breites Angebot an Pferden und Ponys an. Schnell und einfach kann schriftlich Kontakt aufgenommen werden und man kann schon eine kleine Vorauswahl von Bildern zum Text der Anzeige ansehen.

Worauf achte ich bei Anzeigen?

Habe ich mich für ein Medium entschieden, starte ich dort meine Suche. Zuvor überlege ich mir noch gewisse Go’s und NoGo’s.

Sprich ich entscheide, was ich unbedingt bei meinem Pferd vorfinden möchte und was gar nicht geht. Ein paar Dinge schreibe ich auch in einen gewissen „Bereich der Möglichkeiten“. Das heißt ich schreibe z.B. Charaktereigenschaften auf, die nicht perfekt wären, aber händelbar für mich sind. Auch Krankheiten können hier hineinfallen, wenn sie meine Wünsche nicht zu stark tangieren.

Als ich Taki suchte, waren für mich folgende Kriterien von Relevanz: (in Relevanz absteigend notiert)

  1. Wallach
  2. Fuchs
  3. max. 1,55m Stockmaß
  4. min. 3 Jahre, max. 6 Jahre
  5. Schlanker Sporttyp
  6. Exterieur machbar (später mehr)
  7. max. angeritten
  8. Nicht zu viel Temperament
  9. Klarer Kopf
  10. Pony-Gesichtszüge (später mehr)
  11. Dressurblut, mindestens aber 50% Springblut. Blutanteil ok.
  12. Alte Abstammung
  13. Kaufpreishöhe
  14. Entfernung max. 100km

Absolute NoGo’s wären gewesen:

  • Stute
  • Kein Fuchs
  • Zu alt
  • Langer Rücken
  • Total verritten und versaut
  • Krank
  • Ü 10K Kaufpreis

Anhand meiner schriftlichen Vorauswahl, was ich mir überhaupt wünsche und vorstelle, wälzte ich eBay Kleinanzeigen und stieß auf die Anzeige einer Bekannten, bei der ich bereits vor zwei Jahren ein Pony angesehen hatte.

Dieses Mal war ein kleiner Reitponyfuchswallach von ihr inseriert. Die Anzeige sah wie folgend aus:

Anzeige auf eBay Kleinanzeigen
(Preis unkenntlich gemacht)

Ich persönlich lege immer sehr stark Wert auf die Fotos in einer Anzeige. Die Bilder müssen so aufgenommen werden, dass ich das Exterieur bewerten kann und erkenne, ob das Pferd gut, oder eher schlecht reitbar sein wird. Vor allem Seitenaufnahmen auf geradem Untergrund und aus nicht zu stark verzogenen/gekippten Winkeln sind hierfür wichtig. Auch möchte ich erkennen, ob die Beine korrekt gebaut, oder ob gebrochene Linien zu erahnen sind. Dafür benötigt man ebenfalls Standbilder von der Seite und am Besten noch von vorne und hinten.

Ein guter Rücken mit starker und korrekt gewinkelter Kruppe, auf starken, klaren und korrekten Beinen, die aus einem guten Huf hinaufragen, sind ein wichtiger Punkt für mich. Die Schulter muss nicht flach gewinkelt sein, darf aber auch nicht zu steil wirken, damit der Gang nicht zu strampelnd oder zu flach wird. Ich reite weder Grand Prix Dressur, noch möchte ich auf einem „Ackergaul“ mit 0 Gang sitzen.

Der Halsansatz möglichst korrekt ohne Schwanenhals, Unterhals, oder Axthieb, wobei dies Bereiche sind, die ich Korrekturreiten könnte.

Bild aus der Anzeige.

Allgemeine Verspannungen wie ausgeprägte Unterhalsmuskulatur oder Blockaden am Kreuzdarmbein des Pferdes sind ein Abstrich, jedoch absolut kein K.O. Kriterium. Wer hier nicht so viel Erfahrung vorzuweisen hat, der sollte aber unbedingt die Finger von so einem Pferd lassen. Der Physiotherapeut wird sonst zum besten Freund.

In Takis Anzeige waren zwei Seitenbilder inseriert. Sie waren leicht nach vorne geneigt und schräg fotografiert, aber mit etwas Übung konnte ich erkennen, dass der Rücken im ISG Bereich spannig war, dass ein geringer Axthieb vorlag und gegebenenfalls eine leichte Rückständigkeit der Vorderbeine.

Zweite Seitenansicht

Auf dem zweiten Bild guckte Taki weg und man konnte die spannig Muskulatur im unteren Halsbereich erkennen. Auch hier fiel der gerade, steil nach vorne abfallende Rücken auf, der nicht nach oben gearbeitet war und aus dem sich ein leichter Hunter’s Bump Ansatz abzeichnete.

Weiterhin möchte ich gerne das Profil des Pferdes erkennen. Ich persönlich bevorzuge Pferde mit langen, wohlgeformten Ohren. Mit großen Mandelförmigen Augen, sowie mit langer Maulspalte und wenigstens mittleren Nüstern. Die Ganasche muss rund und ausgeprägt sein und das Profil der Nasen soll zwischen den Augen leicht konvex, dann ab der Hälfte der Nase in ein konkaves Profil münden. Ähnlich einer leichten Hirschnase.

Das „perfekte“ Profil für mich.

Die am Besten zu arbeitenden Pferde haben ein oben beschriebenes Profil. Zu kleine Augen, schmale Nüstern, kurze Maulspalten oder kleine Ganaschen mit kleinen und schmalen Ohren sind ein Zeichen für Pferde mit wenig Intelligenz, wenig Engagement oder gar Widerwillen. (Quelle: Linda Tellington Jones)

Leider war in der Anzeige kein Bild vom Profil von der Seite, weshalb ich mit dieser leicht frontalen Ansicht arbeiten musste, was nur bedingt machbar war. In Kombination mit den großen Ganzkörperbildern versuchte ich ergo zu erkennen was für ein Wesen hinter dem Füchslein steckt.

Portrait aus der Anzeige

Wenn ich alle Standardsachen wie Beine, Rücken und Profil geprüft habe und mir ein Pferd noch zusagt, sehe ich mir die hoffentlich vorhandenen Bewegungsbilder an. In Takis Fall waren dies das Anzeigenstartbild im vollen Galopp, eine Trabaufnahme und ein Bild vom Freispringen.

Soweit war alles ok. Keine überragende Rückenaktivität ließ sich erahnen, aber eine gute Basis, um aufzubauen.

Sagt mir nun also ein Pferd nach der Bildanalyse noch immer zu, wende ich mich dem Text zu. Bei Taki lautete dieser wie folgt:

Text der Anzeige. In diesem Fall war der Text erstaunlich zutreffend, wie sich später herausstellte.

Mit Floskeln wie „Herzenspferd“ lasse ich mich nicht fangen. Damit ein Pferd das bei mir wird, gehört schon einiges dazu und für jeden macht das Herzenspferd etwas anderes aus. Mein Auge überfliegt zunächst Alter, Stockmaß und Geschlecht und wenn ich dann immer noch Interesse an einem Pferd habe, dann erst lese ich weiter.

„Brav im Handling“ schreibt so gut wie jeder Verkäufer, denn entweder man kann sein Pferd nicht richtig einschätzen, oder man versucht wissentlich Dinge zu beschönigen, weil sonst niemand Interesse an dem angebotenen Pferd hätte. Ebenso fallen in Anzeigen zu oft Wörter wie „menschenbezogen“ oder „verschmust“, weshalb ich mich auch auf diese Einschätzung eines Verkäufers nicht verlasse. Ebenso sind schon viele Käufer mit einer „Verladesicheren und Hufschmied / Tierarzt brav“ Einschätzung und Zusage des Vorbesitzers auf die Nase geflogen und beim Abholtermin wurde das Drama dann groß.

Weiterhin möchte ich kein kilometerlanges Blabla hören. Das ist hier gut gelöst! Die Abstammung ist nun am Wichtigsten, da ich diese im nächsten Schritt auf Rimondo prüfe, um gegebenenfalls im Padigree auffällige Pferde zu finden und zu wissen welche Ticks vererbt wurden. Interessiert mich ein Pferd dann tatsächlich immer noch, dann schreibe ich dem Verkäufer eine Nachricht und frage gegebenenfalls noch mal den Impfausweis und die Abstammungsseite aus dem Pass an. In Takis Fall habe ich mir ebenfalls die Bewegungsvideos senden lassen.

Abstammungsseite im Pass

Anhand der Abstammung konnte ich bei Taki sehen, dass er väterlicherseits auf Sandro zurück geht, der nach der Meinung der alten Rittmeister eher nicht so die rittigsten Kameraden vererbte. Schön versteckt in der 5. Generation zeigen sich fast ausschließlich nur noch englische Vollblüter, Trakehner, Araber und Anglo Araber. Auch wenn es sich bei Taki um ein als deutsches Reitpony gebranntes Pferd handelt, führt er sehr viel Blut und man kann hier alles andere als eine plumpe Schlaftablette erwarten. Ein Blick auf die Papiere schadelt also nie und deckt so manch unerwartete Sache auf.

Nachdem ich die Papiere geprüft und die alte Beinverletzung von meiner Tierärztin beurteilen hatte lassen, war mir nun also klar, dass ich da recht sicher kein „richtiges“ Reitpony vor mir hatte und dass das Pferdchen ganz schön Pfeffer im Bobbes haben könnte. Trotz der absolut ausgeheilten Verletzung und dem Risiko ein Knallbonbon anzusehen, hatte ich noch immer Interesse und wir vereinbarten ein Probereiten.

Ganz wichtig, an einem Besichtigungstermin habe ich IMMER 1-2 Personen mit dabei, die mich und meine Art kennen. Sie stehen mir als Berater zur Seite und unterstützen mich bei der Einschätzung. Hierfür wähle ich persönlich eher Menschen, die mich kennen, anstatt dass sie besonders viel Pferdekompetenz haben. Jedem Anderen würde ich natürlich raten, dass er einen Berater wählt, der auch genug Pferdeverstand mitbringt. Vor allem für Jene, die vielleicht zum ersten Mal ein Pferd kaufen

Bevor ich dann ein Pferd arbeite, sehe ich zu, wie das Pferd vom Vorbesitzer fertig gemacht wird. Das gibt mir die Möglichkeit genau zu beobachten, wie sich Mensch und Pferd verhalten. Ist das Pferd an einer Stelle empfindlich, verbiegt der Besitzer etwas? Erst wenn ich genug gesehen habe, probiere ich noch einige Stellen aus und putze selbst mal über, oder hebe die Hufe hoch.

Probearbeiten

Beim Probearbeiten baue ich zunächst am Boden eine Bindung zum Pferd auf. An der Longe schaue ich mir das Gangbild in Schritt, Trab und Galopp an. Um den Charakter zu überprüfen, beginne ich die Grenzen des Pferdes auszutesten. Bei dem Einen ist das ein Peitschenknall, bei dem Anderen stoisches Touchieren und beim nächsten einfach nur das Einfordern von Konzentration. Man findet schon bei jedem Pferd etwas, mit dem man es Angiecksen kann.

Besteht das Pferd diesen Test, steige ich auf und prüfe, ob ich das Pferd vom Gang her sitzen kann. Wie ist der Schwung für meinen kaputten Rücken? Wie fühlt sich die Bewegung an? Fühle ich mich geborgen oder habe ich Angst? Als nächstes folgt das Überprüfen der Hilfengebung. Was kann das Pferd schon? Wie sieht es mit Zügelhilfen aus? Anhalten, Lenken? Wie reagiert das Pferd am Bein? Hysterisch? Gar nicht? Wie locker oder spannig ist das Pferd?

In Takis Fall stellte ich fest, dass er ein recht netter Typ ist. Er macht einiges mit, auch wenn man ihn dolle ärgert, hat aber auch irgendwann seine Grenze erreicht. Er hat viel Go, ist allerdings wirklich ein menschenbezogenes Kerlchen, das gerne schmust und sehr fein kommuniziert. Er kannte nichts und hatte einfach nur Angst und DAS ist machbar für mich.

Ebenso merkte ich schnell, wie verspannt er lief. Seine Schritte in der Hinterhand waren ungleich lang und als ich auf ihm saß, da dachte ich wir fallen um. Er hatte 0 Balance, was jedoch klar war, so verspannt wie er da stand. Auch der Unterhals und der Axthieb waren selbsterklärend.

Erstes Mal Probereiten.

Nachdem ich dann merkte, dass ich mich wirklich pudelwohl auf dem Feuerpferdchen fühlte und dass die Kemmigkeit mit mehr Ausbildung am Boden und später aus dem Sattel in den Griff zu bekommen ist, stieg ich ab und beobachtete, wie Taki abgesattelt wurde und sich dann noch etwas frei in der Halle bewegte und wälzte. Er wurde dann auch noch abgeduscht, was mir die Möglichkeit gab weiter zu beobachten, wie mit ihm umgegangen wird und wie er auf Wasser reagiert.

Jetzt aber bloß nichts überstürzen!

Wenn man nun also merkt, dass einem das Pferd liegt, dann nur nicht zu schnell entscheiden. Ich persönlich räume mir immer so eine Nacht zum „Drüber Schlafen“ ein. Weiterhin sollte man als Unerfahrener zumindest eine kleine Ankaufsuntersuchung (AKU) machen lassen, um gewisse Krankheiten auszuschließen.

Auch müssen natürlich nochmal alle Kosten kalkuliert werden und ein gegebenenfalls anstehender Transport und die Unterbringung des Pferdes geplant werden.

In Takis Fall habe ich mich selbst nicht an diese Regel gehalten. Zwar habe ich mich auf der Heimfahrt mit meiner Begleitung abgesprochen und ausführlich das Erlebte diskutiert und analysiert, aber zu Hause beim Familienrat und nachdem auch meine pferdaffinen Berater einstimmig zu einem Ergebnis kamen, rief ich die Besirzerin noch am gleichen Abend an und machte den Kauf, sowie den endgültigen Kaufpreis fix fest.

Bis heute bereue ich diese Entscheidung aus dem Bauch heraus nicht!

Immer wachsam sein! Niemandem vertrauen!

Bis zuletzt vertraue ich niemandem. Jedes Pferd kann „gespritzt“ sein beim Besichtigungstermin. Jeder Verkäufer kann Dinge verheimlichen und gerade beim Pferdekauf geht es öfter mal nicht nett zu. Noch Stunden vor dem eigentlichen Abholtermin kann der Verkäufer sich umentscheiden und das Pferd an einen anderen Vertragspartner abgeben. Wer erst bei der Abholung des Pferdes den Kaufvertrag ausfüllt, kann bis zuletzt noch überboten werden! Steht ein „überstürzter“ Kauf im Raum, dann sollte man unbedingt zur Besichtigung schon einen Kaufvertrag und einen weiteren in Kopie mit dabei haben. So kann der Kauf rechtsgültig abgeschlossen werden und sollte das Pferd dann anderweitig erneut verkauft werden, hat man die nötigen Beweise, um rechtlich gegen diesen Vertragsbruch vor zu gehen.

Wer den Vertrag erst beim Abholen mitbringt, kann eine böse Überraschung erleben, da ohne einen abgeschlossenen Vertrag der Verkäufer nicht an die mündliche Absprache gebunden ist. Vorlagen gibt es z.B. online von der FN zum Herunterladen und Ausdrucken.

Vertrauen ist allerdings schon auch nötig beim Pferdekauf. Dennoch rate ich jedem sich einfach bestmöglich von vorne herein rechtlich abzusichern und sich gegebenenfalls sogar vom Anwalt in Punkto Vertrag und richtiges Ausfüllen des Vertrags beraten zu lassen.

Mein Pferd kommt!

Der Pferdeeinzug steht an.

Ist es nun so weit und vertraglich, sowie finanziell ist alles geklärt, steht der Umzug des Pferdes an.

Hier kann das Pferd selbst geholt werden, oder von einem Transportunternehmen gebracht werden. Das jeweilige Transportunternehmen sollte gut geprüft werden, da dem Pferd sonst schnell etwas auf der Fahrt zustoßen kann.

Wer sein Pferd selbst abholt, der kann nochmal sehen, ob das Pferd wirklich verladefromm ist. Beim Einladen ist es ratsam das Pferd von einer ihm vertrauten Person verladen zu lassen. Wie steht das Pferd im Hänger? Alles gut? Dann einfach zügig und schnell abfahren gen neue Heimat. Am Besten man klärt vorab das Kaufgespräch, damit man dann mit dem verladenen Pferd nicht mehr so lange herum stehen muss.

Daheim lädt man auf großem Areal zügig aus und bringt das Pferd in seine Box. Während das Pferd in aller Ruhe bei einer Portion Heu ankommt, kann man selbst die Reinigung des Anhängers übernehmen. Ist man damit fertig, bietet es sich häufig an, das Pferd in der sicheren Halle etwas frei laufen zu lassen. So können die Pferde die Anspannung herauslaufen und kommen zügiger zur Ruhe.

Gerade, wenn das Pferd in eine Herde integriert werden soll, bietet es sich an, das Pferd in einer Eingliederungsbox im Offenstall, oder neben dem neuen Koppelnachbar einzustallen. So schließen die Pferde schnell Bekanntschaft und können recht bald eingegliedert werden.

In meinem Fall funktionierte die Eingliederung in meine kleine Jungsherde über einen Tag hinweg. Die Pferde wohnten mehrere Stunden im Paddock nebeneinander. Man merkte an Fellkraulen über den Zaun und Angeblubber vom Hengst schnell, dass der Zaun nur noch reine Optik war. Nach dem Entfernen des Zauns, pilgerten die drei Jungs gemeinsam über den Trail, kraulen sich, knabberten etwas Heu zusammen und am Abend standen auch alle vereint im Stall zum Schlafen.

Im neuen zu Hause angekommen.
Passt – würde ich mal sagen!

Natürlich klappt die Eingliederung in eine Herde nicht immer so schnell und einfach. Allerdings ist meine Erfahrung, dass wenn ich ein Pferd nach dem oben beschriebenen Schema suche, teste und letztendlich erwerbe, meine Pferde zu Hause stets angetan waren von meiner Entscheidung. Ich habe seit Jahren keine langen oder schwierigen Vergesellschaftungen mehr und das trotz Hengst und Minipferd oder eingespielter Gruppe vs. Neuen.

Meine Erfahrung zeigt, dass man sehr wohl ein Pferd finden kann, das zu einem selbst und zur Herde passt. Man muss halt nur genau beobachten und testen, an was für einen Typ man geraten ist. Bei mir hat es von 4 Pferdekäufen jetzt schon 4x genau gepasst und ich hoffe, dass jetzt auch Du genau Dein Pferd finden kannst!

Vergiss nicht den Vorbesitzer nach alten Bilder, oder gar Fohlenfotos zu fragen! Es ist immer schön zu sehen, wie sie mal in klein aussahen 😉

Taki als Fohlen 2013

Eine Antwort auf „Augen auf beim Pferdekauf!

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  1. Sehr interessant, vielen Dank für deine genauen Informationen.
    Als kleine Anmerkung für jüngere/unerfahrene Pferdemenschen: es wäre schön, wenn du Fachbegriffe kurz erläutern könntest, z.B. Axthieb oder Schwanenhals oder diese ggf. verlinkt.
    Schön, dass du uns an deinen Ansätzen teilhaben lässt.

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