Mein zweiter Geburtstag – Der Weg zum eigenen Stall!

Wer fleißig den Blog verfolgt hat, hat sicher schon den ersten Beitrag zum Paddockbau gelesen und freut sich nun darauf endlich zu erfahren, wie es mit dem Stall weiter ging.

Der aktuelle Stand des „Stalls“.

Im heutigen Blog geht es um den Bau des Stallgebäudes. Wie schon beim Paddockbau und den Platten, gab es einige bauliche Auflagen und eine riesige Auswahl an Optionen für den Stall. Ich hatte mich deshalb zunächst in einigen Facebookgruppen zu den Themen Offenstall, Paddockboxen und Selbstversorger informiert und dann unterschiedliche Pläne geschmiedet.

Es sei nur am Rande erwähnt, dass bei Stallgebäuden wirklich kein finanzielles Limit nach oben gesetzt ist und dass ich teilweise wirklich geschockt war, was drei Wände und ein Dach kosten können.

Nach der Ideenfindung auf Facebook, wusste ich recht genau, was ich wollte und da es mein eigener Stall ist, wollte ich zum ersten Mal keine Abstriche machen müssen. Der Plan war also einen Stall zu bauen, der die tierschutzrechtlichen Bedingungen der Mindesthöhe für Kleinpferde erfüllt, aber auch nicht zu viel Platz wegnimmt. Von Boxen bin ich deshalb schnell abgekommen, auch wenn das für einen Krankheitsfall optimal gewesen wäre. Ich wollte außerdem, dass die Pferde immer einen zweiten Aus- oder Eingang haben, falls es zu Streit kommt. Es war auch klar, dass die Pferde nur Wasser und Ruhestätte im Stall haben würden, da der Fressstand ja am anderen Ende des Paddocks war.

Genau an die mit Litze umzäunte Stelle sollte ein Stall kommen.

Ich suchte mir dann drei Anbieter für Baukastensyteme heraus und fragte unverbindlich Angebote an. Bei einem der Angebote fiel ich fast rückwärts vom Stuhl. Was mich am Meisten verwunderte war, dass es ausgerechnet das „Billigstallgebäude“ gewesen war aus minderwertigstem 1cm Pressspahnholz, aber immerhin mit Metallleisten ums Holz herum.

Die zwei anderen Angebote unterschieden sich preislich noch um fast 900 Euro. Bei dem billigeren Model handelte es sich um einen 6m x 3m Stall der für Großpferde gedacht war. Es wurde inklusive Anlieferung kalkuliert und der Stall war aus dickerem 12cm Holz. Ebenfalls hatte das billigere Gebäude zwei schöne Fenster an der Rückwand und der Preis überraschte mich dieses Mal im positiven Sinne.

Da mein Vater in der Familie der handwerklich Begabte ist, habe ich seinen Rat eingeholt und er war felsenfest der Meinung, dass man das selbstgemacht noch billiger und besser hin bekommt.

Der Stall wurde geliefert und alles lag mit Teilen voll.

Als Tochter kennt man seinen Vater ja. Ich habe mit ihm dann drei Tage lang gerechnet, kalkuliert und Informationen eingeholt und wir kamen zum Ergebnis, dass das Angebot unschlagbar ist. Somit gab es das Go für den Großpferdestall mit Fenster und zwei 1,50m breiten Eingängen.

Da der Preis wirklich super war, konnte ich noch ein paar Zusatzteile bestellen. Dazu gehörte ein weiter vorgezogenes Vordach, ein Tropfschutz an der Innenseite des Dachs, sowie ein Nässeschutzrahmen für unter den Stall.

Der Stall von Olaf Nielsen – Pferdeboxen und Weidehütten wurde zügig und zuverlässig vom Chef persönlich geliefert und wir konnten am nächsten Tag mit dem Aufbau beginnen.

Zum Glück hatte ich sechs fleißige Helfer organisiert, die richtig zupacken konnten. Die einzelnen Wandsegmente waren so schwer, dass ich selbst absolut nutzlos war. Die sechs Männer packten beherzt zu und schafften es innerhalb von einem Tag den Stall aufzubauen.

Die Teile sind sehr dick und stabil. sie sind nicht auf 1mm genau gefertigt, aber das kann man bei Holz das lebt auch nicht erwarten. Hier und da hat mal ein Spaltmaß nicht genau gepasst, aber es war im Groh nichts, was man nicht mit Hammer, Säge und etwas Gewalt hinbekommen hat. Zwischendurch fluchten die Männer noch etwas über die Aufbauanleitung, aber der unglaublich nette Telefonservice und Service im Allgemeinen machten dies wieder wett.

Abends war der Stall genau pünktlich zu einem richtig heftigen Gewitter fertig. Alles war innerhalb von Minuten unter Wasser gestanden – allerdings zum ersten Mal seit drei Monaten und auch zum letzten Mal für den gesamten restlichen Spätsommer.

Zu später Stunde zogen dann noch die Fallschutzmatten auf die eine Hälfte des Stalls ein, damit sich die Pferde dort hinlegen können. Die andere Hälfte blieb frei und die Pferde können entscheiden ob sie im Sand oder auf den Matten liegen möchten. Weiterhin wurde eine Selbsttränke in der einen Stallecke installiert.

Eine Seite mit Matten, die andere mit dicker Sandunterlage.
Liegebereich und Tränke

Am nächsten Tag habe ich zwei Deckenhalter am Stall angebracht und die Ponyjacken sortiert und ordentlich verstaut.

Eigentlich wollte ich den Stall nicht streichen, da mir das hellgelbe Holz so gut gefällt, aber meine Eltern und besten Berater in allen Fragen, haben mich überzeugt, dass das Holz nach zwei Jahren ohnehin vergrauen würde und es schneller kaputt geht. Ergo standen meine beste Freundin und ich 2 Wochen regelmäßig im Stall und strichen was das Zeug hält.

In jeder freien Sekunde hatte ich einen Pinsel in der Hand und strich aus jeder nur erdenklichen Position heraus.

Fazit des Stalls

Nachdem wir den Stall nun 2 Jahre in Benutzung haben, muss ich sagen, dass ich keine bessere Wahl hätte treffen können. Ja, der Aufbau ist als Frau nicht alleine zu stemmen und auch die Aufbauanleitung war nicht besonders ausführlich, aber am Material wurde nicht gespart. Das Holz ist wirklich massiv und hält einiges an Wind, Wetter und Pferdeideen aus. Das Zusatzzubehör ist Gold wert und die Pferde genießen es im Sommer oder im Regen unter dem Vordach zu stehen. Der Nässerahmen ist ebenfalls jeden Cent wert und schützt das Holz optimal. Auch der Grundaufbau funktioniert bei uns super. Die Türöffnungen sind wirklich breit genug, dass die Pferde problemlos hindurch können. Das Einzige, was ich heute anders machen würde, wäre, dass ich den Stall in etwas länger genommen hätte. So zu sagen als Dreierbox anstatt als Zweierbox, aber damals wusste ich nicht, dass wir mal so groß werden würden.

Not macht erfinderisch.
Selbst die Pferde mussten mithelfen
Bau der Futterhütte

Nachdem der Stall Ende 2018 in seiner vollen Pracht erstrahlte und fertig war, wurde mein kleiner „Hof“ noch um ein Gebäude erweitert. Wir bauten eine kleine Futterküche in der ich meine Futtertonnen überdacht lagern und das Futter herrichten konnte.
Außerdem bauten wir ein neues Hoftor, da das Alte in seine Einzelteile zerfiel. Unser erstes halbes Jahr im eigenen Stall brachte somit einiges an Arbeit mit sich, aber die Fortschritte können sich sehen lassen.

Eine Futterhütte aus Holz und ein neues Tor, das bedeutete für mich erneut streichen.

In 2019 folgten der Bau eines Paddocktrails und wir schaften es sogar noch einen Reitplatz anzulegen, aber dazu erfahrt ihr in den nächsten Blogbeiträgen mehr.

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